Anny und Sibel Öztürk – Wallhangings Floorlayings

Anny und Sibel Öztürk – Wallhangings Floorlayings

Anny_Sibel_Wallhangings

Anny und Sibel Öztürk: Wallhangings Floorlayings @ MyBerlinWall
Der Villa Sino-Turk-Romana des australischen Künstlers Tony Clark bei 11m2
antworten die Künstlerinnen Anny und Sibel Öztürk mit einer
Installation für MyBerlinWall in der Kantstraße: Wallhangings Floorlayings.
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Sie zeigen eine Arbeit aus einem großen, handbemalten Teppich und einer Skulptur.
Der Teppich, der ob seiner Größe sowohl als eine Wandarbeit als auch als eine
Bodenskulptur fungiert, variiert Motive nach Skulpturen von Constantin Brancusi und
“Muster” aus Gemälden von Frank Stella, die Anny und Sibel Ötztürk bereits in einer
früheren Teppich-Arbeit für ihre Ausstellung Das Auge des Sammlers in den 11m2,
2014 aufgegriffen haben. In dieser Ausstellung traten sie als Sammlerinnen auf, die
sich Werke der Moderne aneigneten und sie mit eigenen Erzählungen und
Kommentaren überformten. An dieses Sammlerkabinett knüpft der große Teppich in
Wallhangings Floorlayings sichtbar an.
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Großen Raum im Werk der Künstlerinnen nimmt der Umgang mit
Erinnerungserzählungen ein, in denen, an Hand der eigenen Familiengeschichte,
das Beheimatetsein in mehr als einer Kultur zum großen übergreifenden Leitthema
wird.
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Die Geschichte, in der sich ein Zusammenhang zwischen den Werken des
rumänisch stämmigen Künstlers Constantin Brancusi, einem der bedeutendsten und
einflussreichsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts und der Familiengeschichte der
Öztürks herstellen lässt, nimmt ihren Anfang in der expansiven Siedlungspolitik des
osmanischen Reiches in Osteuropa. Nachdem ihre Familie bereits seit mehreren
Generationen in Rumänien gelebt hatte, erarbeitete sich die Urgroßmutter der
Künstlerinnen väterlicherseits dort als Gestalterin und Fabrikantin von Teppichen ein
beträchtliches Vermögen. 1918 konnte sie ihr Sohn, Großvater Öztürk, aufgrund der
politischen Folgen des Ersten Weltkrieges davon überzeugen, mit ihm in die Türkei
zurück zu kehren.
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1937 erhielt der seit 1904 in Paris beheimatete Brancusi den Auftrag für ein
Kriegerdenkmal in Targu Jiu, das der im Ersten Weltkrieg gefallenen rumänischen
Soldaten gedenkt. Zu dem dreiteiligen Ensemble, das zu den Hauptwerken des
Künstlers zählt, gehört die größte Fassung seiner “Endlosen Säule”, die auch im
Teppich der Künstlerinnen eine Zentrale Position einnimmt.
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Sieben Jahre nach ihrer Installation Unspeakable Home*  machen Anny und Sibel
MyBerlinWall mit der Installation Wallhangings Floorlayings zu einem Ort, an dem
sich die mütterliche und die väterliche Linie der Familie Öztürk in einer von den
Schwestern betriebenen Rezeption der europäischen Moderne treffen. Stand
Unspeakable Home noch klar im Zusammenhang ihrer Installationen, die sich aus
“Illustrationen” ihrer familiären Erinnerungsgeschichten verstanden, so gehen sie mit
Wallhangings Floorlayings einen neuen, aus ihrem Sammlerkabinett heraus
entwickelten Weg. Geschichte und Geschichten werden hier in einer abstrakteren,
offeneren Form der Erzählung vermittelt.
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Beiden Installationen ist gemeinsam, dass sie sich in ihrer Gestaltung gezielt mit dem
Ausstellungsort, einer Wand in einem privaten Interieur, auseinandersetzten.
Unspeakable Home erweiterte, unter Berücksichtigung des Grundrisses der
Wohnung, das tatsächliche Zuhause unaussprechlicherweise um den Wintergarten
von Adolf Hitlers Berghof. Wallhangings Floorlayings nimmt in Gestalt des Teppichs
die Form eines Gegenstandes an, der durchaus ein Vorkommen in einem
Charlottenburger Haushalt haben könnte. Er greift von der Wand, als Wandteppich,
auf den Boden über und wird so für die Dauer der Ausstellung zur realen
Auslegeware des Esszimmers, in dem sich die Ausstellungswand von MyBerlinWall
befindet.
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Für die von Tony Clark in seiner Villa Sino-Turk-Romana beschworene Bereicherung
der Immigrationskultur durch die Immigrantenkulturen ist diese Arbeit von Anny und
Sibel Öztürk auf gleich mehreren Ebenen ein hervorragendes Beispiel. Ihr Teppich
“ergänzt” darüber hinaus die Ausstattung der Villa und bedient sich dabei in der
künstlerischen Rezeption historischer Kunstwerke bei allen Unterschieden der
künstlerischen Sprache, einer ähnlichen erzählerischen Strategie.
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Rafael von Uslar
*Nähere Angaben zu dieser Installation finden sich auf der Website von MyBerlinWall.
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Eröffnung: 10.08.2018 ab 16:00 Uhr
MyBerlinWall c/o Rafael von Uslar, Kantstraße 147
.
030 31015984
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Die Installation ist bis zum 14.09.2018 zu sehen. Öffnungszeiten: Nach Vereinbarung.
Ich freue mich serh darauf Sie in der Kantstraße begrüßen zu dürfen!
.
Rafael von Uslar
einladung_ASÖ_Vor_rand Kopie

 

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