Cary S. Leibowitz – I Luv The Baroque

Cary S. Leibowitz – I Luv The Baroque

UslarKarteCSLfinal-1Foto: Claus Rottenbacher, Berlin

2009

MyBerlinWall wurde 2009 mit einer Präsentation von Arbeiten des amerikanischen Künstlers Cary S. Leibowitz eröffnet. Gezeigt wurde eine Installation aus Gemälden und Multiples aus den Jahren 1989 – 2009. Die Hängung orientierte sich dabei an Strategien, die der Künstler selbst für seine Arbeiten in anderen Zusammenhängen gewählt hat.

Leibowitz, der auch den Künstlernamen „Candyass“ führt, arbeitet mit Malerei und Installationen und produziert eine Vielzahl von Multiples. Seine Arbeiten basieren fast immer auf Textbildern. In seinen Gemälden werden diese Texte in handschriftlicher Form mit kräftigen Farben auf einfarbig bemalte Holztafeln aufgetragen. Die Texte können die Form kleiner literarischer Erzählungen annehmen, oft kommen sie aber auch schon mit wenigen Worten aus. Dabei wiederholt sich Cary sehr gern und so gibt es oft eine Vielzahl von Bildern und Objekten mit gleichem Text, die dabei doch alle auch wieder sehr eigen sind.

Die Inhalte seiner Bilder befassen sich mit Identitäten, jüdischer, schwuler, amerikanischer Identität zum Beispiel. Sie zeigen ein Herz für Kitsch, für Verlierer aller Art und solche die mit Gewichtsproblemen hardern im Besonderen! In seinem Werk treffen sich Hochkultur, Populäres und atemberaubende Geschmacklosigkeiten und gehen die erstaunlichsten Verbindungen ein.

Seine Erzählweise erscheint dabei stets sehr einfach. Die Botschaften scheinen sehr direkt und plakativ vermittelt zu werden. Und doch, bei näherem, vor allem aber bei längerem, sich bewusst einlassendem Hinsehen, wird man feststellen, das was einfach erscheint komplex und klug angelegt ist. Cary verfügt über hervorragende kunsthistorische Kenntnisse und auch dies wird für das geübte Augen in seinen Bildern deutlich. Das allerwichtigste aber, das was die Welt von Candyass im Kern zusammenhält ist Carys Humor und sein Witz. Humor und ein hochentwickeltes Ironiebewußtsein prägen alle Aspekte seiner Arbeit und so natürlich auch die Inhalte der dort erscheinenden Textbotschaften.

In seinen zahlreichen Multiples verbinden sich die Texte mit dem eigenen Charakter der meist vorproduzierten Gegenstände, wie sich das am Beispiel unserer Serviette und ihrem Text gut zeigen lässt. Die Multiples erscheinen oft in großen Auflagen und sind so für Jedermann erschwinglich. Sie sind wichtige Botschafter dieser Kunst in der Welt da draußen.

In oft ausufernden Installationen schließlich kombiniert Leibowitz Gemälde, Objekte, Zeichnungen und Collagen stets mit einer großen Stückzahl dieser Multiples zu leichter Überfüllung neigenden bunten Räumen, die das Auge ebenso in Bewegung halten, wie den Verstand und die Aufwärtsbewegungen der eigenen Mundwinkel.

Rafael von Uslar

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